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Sieben Tage Reykjavík (2000)

Am 21.7.2000 bestiegen wir um 16:40 Uhr in Bregenz den EC 196 "Albert Einstein" nach Zürich Flughafen, wo wir um 18:16 Uhr ankamen. Sodann gingen wir zum Check-in Schalter, um unser Gepäck aufzugeben. Danach folgte Pass- und Sicherheitskontrolle. Nachher warteten wir vor unserem Gate auf den Abflug. Dieser war für 21:35 Uhr geplant. Aber aus verschiedenen Gründen verzögerte sich der Abflug. Als man uns mit dem Bus zum Flugzeug brachte, montierten einige Mechaniker noch an den Flugzeugrädern herum. Nun durften wir einsteigen und das Flugzeug hob um 22:40 Uhr von der Piste in Kloten ab in Richtung Norden. An Bord gab es das Abendessen, welches aus "Pulle"(schweizerdeutscher Ausdruck für Hühnchen) bestand. Anfangs war das Wetter noch ziemlich gut und man konnte auf die Erde sehen. Aber je näher wir Island kamen desto dicker wurde die Wolkendecke. Jetzt stellten wir unsere Uhren zwei Stunden zurück. Denn Island liege in der selbe Zeitzone wie England, hat aber keine Sommerzeit. Als das Flugzeug den Sinkflug begann war vom Boden überhaupt nichts zu sehen, obwohl es ja (schon wieder oder immer noch) hell war wegen der Lage im hohen Norden. Nun tauchte das Flugzeug in die Wolken ein, Nebelfetzen zischten vorbei. Dann war die unterste Wolkendecke durchflogen, die Lichter der Landebahn tauchten urplötzlich vor uns auf und der Pilot setzte 15 Sekunden später auf der Landebahn des Flughafens von Keflavík auf. Als wir das Flugzeug verließen folgten wir dem Schild Komufarþega (Ankommende Passagiere) zur Vegabréfaskoðun (Passabfertigung). Danach trafen wir draußen den Mann von der Firma Saga Reisen, welche der Veranstalter dieser Reise war. Nach einigen Diskussionen mit welchem Bus wir nun in die Stadt Reykjavík gelangen konnten organisierte Hans Blaser von Saga Reisen noch drei Plätze für Meine Eltern und mich in einem Bus. Der Internationale Flughafen von Island liegt nämlich 45 Kilometer vom Stadtzentrum von Reykjavík entfernt. Die Fahrt in die Stadt dauerte etwa 45 Minuten, was zur folge hatte, dass wir erst um 2:15 Uhr ins Bett kamen.

Alþinghús (Parlamentsgebäude) Laugavegur
Samstag, 22.7.2000
An diesem Morgen aßen wir noch unser mitgebrachtes Frühstück und suchten nachher ein Geschäft, wo wir dann die Lebensmittel für die nächsten Tage besorgten. Wir haben uns nämlich ein Apartement im Hotel Barón gemietet, wo wir uns das Essen auf einem Herd selber kochen konnten. (Ein Apartment ist nämlich billiger als die Zimmer in einem Normalen Hotel.) Als wir alles eingekauft hatten was wir brauchten, gingen wir zum Hotel zurück und anschließend auf dem Laugavegur in die Stadt. Auf dem Weg aßen wir bei einem Chinesen zu Mittag. Dann gingen wir weiter und besichtigten den Platz vor dem Alþinghúsið (Parlamentsgebäude) und das Rathaus. Das Wetter war ziemlich trüb und es ging ein starker Wind. Wir folgten der Uferpromenade zu unserm Hotel. Auf dem Weg dorthin sahen wir uns die modernen Skulpturen an, (Strandlengjan 200), die aufgrund von "Reykjavík- Kulturhauptstadt Europas 2000" dort aufgestellt worden sind.

Kerið
Sonntag, 23.7.2000
Nach dem Frühstück besichtigten wir die Hallgrímskirkja (Hallgrimskirche). Da das Wetter sich ein wenig gebessert hat, beschlossen wir, noch einmal ins Stadtzentrum zu gehen. Wir gingen in einem Restaurant essen, wo es ein Buffet gab. Anschliessend gingen wir am Meer zurück zum Hotel. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Postkarten schreiben.

Gullfoss

Montag, 24.7.2000
Als wir fertig gefrühstückt hatten, gingen wir in die Stadt um die Postkarten aufzugeben. Dann gingen wir zum Tourismusbüro und reservierten zwei Ausflüge. Unser Mittagessen kochten Mama im Hotel. Danach ging ich zur Firma Skífan (ein Musikgeschäft) und wollte 5 CDs kaufen. Weil ich aber zuwenig Schilling in isländische Kronen gewechselt habe kaufte ich vorerst nur 2 CDs. Dann ging ich auf eine Bank und wechselte noch mal 1000 Schilling um. Aber ich beschloss, die anderen CDs an einem anderen Tag zu Kaufen. Also ging ich ins Hotel zurück.

Strokkur

Dienstag 25.7.2000
Heute stand einer der gebuchten Ausflüge auf dem Programm. Um 8:40 Uhr holte uns ein Bus von Flugrútan (Fly Bus) vom Hotel ab und brachte uns zum Hotel Loftleiðir, wo wir einen anderen Bus bestiegen. Wir fuhren in Richtung Südosten nach Hveragerði - 30 Km Dort besichtigten wir ein Glashaus, das mit Erdwärme geheizt wird und wo z.B. Tomaten, Bananen und Zitronen wachsen. Die fahrt ging weiter zum Kerið, einem Explosionskrater - 35 Km Dieser ist ein Krater der mit Wasser gefüllt ist. Nächster Halt war Skálholt - 12 Km In Skálholt besichtigten wir die Bischofskirche, denn Skálholt war der erste Bischofsitz in Island. Weiter ging es zum Gullfoss (Goldener Wasserfall) - 41 Km Der Gullfoss ist der bedeutendste Wasserfall des Landes. Er stürzt rund 30 Meter über zwei Stufen in einen engen Canyon. Dann fuhren wir weiter nach Geysir - 6 Km Hier geschehen gar spektakuläre Dinge: Dampf steigt aus dem Boden auf und aus einem wassergefüllten Loch schießt alle paar Minuten eine 20 Meter hohe Wassersäule in die Höhe. Überall riecht es nach faulen Eiern, Aber das ist nicht so schlimm, wenn man bedenkt dass es sich hier nur um ein Chemisches Element mit 16 Elektronen handelt, nämlich Schwefel. Die Isländer können mit der "heißen Erde" ziemlich gut wirtschaften, denn sie treiben mit dem Dampf Turbinen an und erzeugen Strom damit. Das heiße Wasser fassen sie in Rohre und verteilen es an alle Haushalte. Darum riecht auch das warme Wasser, das im Hotel aus dem Wasserhahn kommt, nach Schwefel. Das kalte Wasser hingegen richt nach nichts und hat eine Temperatur von 3 Grad, weil es Gletscherwasser ist. Zurück zu den Geysiren. Jener, der hier eine 20 Meter hohe Wassersäule in den Himmel schickt, heißt Strokkur. Denn der eigentliche Geysir der Stóri-Geysir, dessen Name in vielen Sprachen jene Naturerscheinung beschreibt, ist seit 1963 nicht mehr Aktiv. Nach dem Mittagessen im Hotel Geysir fuhren wir nach Þingvellir - 58 Km Dieser Ort ist aus zweierlei Gründen interessant; erstens weil hier die Bruchlinie zwischen der Europäischen und Amerikanischen Kontinentalplatte verläuft. Denn auf Island ist der Mittelatlantische/ Ozeanrücken über die Meeresoberfläche getreten. Und zweitens, weil hier im Jahr 930 das erste isländische Parlament (Alþing) gegründet wurde - das erste Parlament Europas. Nun noch einige Daten zu Island: Die Fläche beträgt 102.829 Km², ist also 1,2 mal größer als Österreich oder so groß wie der U.S. Bundesstaat Kentucky, Im Jahr 1999 lebten 275.000 Personen dort. Das ergibt somit eine Bevölkerungsdichte von 2,6 Einwohner pro Quadratkilometer. Nach dem wir durch die Almanagjá (Allemännerschlucht) gewandert sind, bestiegen wir den Bus und fuhren zurück nach Reykjavík - 33 Km, wo wir um 15:30 eintrafen. Insgesamt hatten wir 215 Km zurückgelegt.

Þingvellir

Mittwoch, 26.7.2000
Nach dem Frühstück ging ich in die Stadt um noch ein par Fotos zu machen geschlossen. Dann ging ich ins Hotel zurück. Später sind wir dann im Kaffí Vín (Kaffee Wien) gegangen um Mittag zu essen und anschließend ging ich zu Skífan und kaufte die CDs und nachher noch zum Tourismusbüro um zu fragen ob der Ausflug morgen stattfindet, weil noch nicht klar war, ob genug Leute auch teilnehmen wollen. Aber zu diesem Zeitpunkt fehlten noch zwei Personen, dass die Fahrt stattfinden würde. Ich sollte morgen Vormittag anrufen, weil die Tour erst am Nachmittag beginnen sollte. Dann ging ich wider ins Hotel zurück. Wenig später fuhren wir mit dem SVR (Stadtbus) zum Botanischen Garten. Hier sind hunderte verschiedene Pflanzen zu sehen. Auch ein Alpinum wurde aufgebaut. Anschließend gingen wir noch durch den Tiergerten, in dem es Tiere zu sehen gibt, die auf Island heimisch sind. Danach fuhren wir mit dem Bus ins Hotel zurück.


Almanagjá

Donnerstag, 27.7.2000
Nach dem Frühstück gingen wir das Büro von Saga Reisen suchen um das mit unserer Rückfahrt zu klären. Das Büro von Saga Reisen ist eigentlich nur ein Koffer, der Hans Blaser bei sich hat. Die Räumlichkeiten, in denen Hans arbeitet sind eigentlich das Reisebüro Guðmunður Jóhannson Travel (das größte Busunternehmen des Landes).Wir sagten Hans dass wir morgen selbst zum Flughafen fahren würden und baten ihn, er solle beim Tourismusamt anrufen und fragen ob der Ausflug heute Nachmittag stattfinden würden. Er griff zum Telefon und sagte uns wenig später dass die Tour stattfinden würde und fügte hinzu er könne für uns auch schon die Fahrkarten für den Ausflug und die fahrt zum Flughafen schreiben und bezahlen könnten wir auch bei ihm. Wir stimmten zu und Hans schnappte sich den Koffer und ging mit uns in den Besprechungsraum. Dann schrieb er unsere Fahrkarten, wir bezahlten, verabschiedeten uns und gingen ins Hotel, zurück wo Mama dann das Mittagssen kochte. Nach dem Essen gingen wir hinunter vor das Hotel, wo uns um 13:10 Uhr wieder ein Bus von Flugrútan abholte und uns zum Hotel Loftleiðir brachte, wo wir einen kleinen Bus bestiegen, denn es hatten sich insgesamt nur 10 Personen angemeldet. Der Weg führte uns in Richtung Süden nach Hafnarfjörður - 5 Km Auf dem Weg dorthin fuhren wir noch an Bessastaðir, dem Sitz des Isländischen Präsidenten vorbei. In Hafnarfjörður besuchten wir ein Seefahrtsmuseum. Dann fuhren wir weiter zum Kleifarvatn - 21 Km Einige Leute behaupten, das es hier ein Seeungeheuer geben soll. Weiterfahrt zu den Schlamm- und -Dampf- Quellen nach Krísuvík - 6 Km Anschließend fuhren wir zum Festarfjall - 15 Km Eine steile Klippe, wo viele Seevögel beobachtet werden können. Im Ort Grindavík - 15 Km machten wir eine kleine Pause um etwas zu trinken oder sich die Füße zu vertreten. Danach ging die Fahrt weiter zur Bláa lónið (Blauen Lagune) - 5 Km Die Blaue Lagune ist ein großes Thermalfreibad, das in einem Lavafeld angelegt wurde. Das Wasser in der Lagune ist sehr mineralreich, weil es aus der Erde kommt, in der es vulkanische Aktivität gibt. Nebenan steht ein Kraftwerk indem mit Hilfe der Erdwärme für Gridavík und Umgebung Strom und Heizwärme erzeugt wird. Aus ungefähr 1600 m schießt Wasser mit einer Temperatur von ja richtig 240 grad aus der Erde. Weil es jedoch viele Mineralstoffe enthält kann es nicht gleich durch die Turbinen laufen. Also wird es über einen Wärmetauscher geleitet, und damit die Turbinen betrieben. Das Thermalwasser das im Wärmetauscher abgekühlt wurde wird nun in die Blaue Lagune geleitet. Nach einem kurzen Bad in der Lagune fuhren wir zurück nach Reykjavík - 40 Km Wo wir um 18:30 eintrafen. Bei diesem Ausflug hatten wir 107 Km zurückgelegt.


Botanische Garten von Reykjavik Klaivarvatn

Freitag, 28.7.2000
An diesem morgen Pakten wir unsere Koffer denn wir mussten um 12 Uhr das Apartment Geräumt haben, wie es eben so üblich ist in den Hotels, aber unser Flug ging erst kurz nach Mitternacht. So ließen wir die Koffer bei der Rezeption stehen und gingen Mittagessen ins Pasta Cafe Basta und anschließend in die Gemäldesammlung der Stadt Reykjavík. Dort nahmen wir noch einen kleinen Imbiss und gingen zum Hotel zurück. Weil wir irgendwie nicht glauben konnten, dass erst um 22:20 Uhr der nächste Bus vom Hotel Loftleiðir (dem Busterminal) zum internationalen Flughafen in Keflavík fahren würde, beschlossen wir, schon um 17 Uhr mit dem Taxi zum Loftleiðir zu fahren. Als wir dort ankamen, stellte sich heraus, das es wirklich keinen Bus vor 22:20 Uhr gab. Also saßen wir eben in der Wartehalle des Terminals herum. Einige Zeit später tranken wir in der Bar des Loftleiðir einen Tee. Dann gingen wir zurück in den Warteraum. Gegen 21:05 Uhr fuhr ein Bus vor, der Fahrer stieg aus, kam herein und rief "Keflavík Airport". Wir und alle anderen Leute, die warteten, sprangen auf und waren überrascht, dass doch noch ein Bus früher nach Keflavík fahren würde. Als wir dort ankamen gingen wir gleich zu einem Schalter, über dem Inritun (Check-in) stand und gaben unsere Koffer ab. Jetzt unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang vor dem Flughafengebäude und Papa und ich machten unsere letzten Fotos von der untergehenden Sonne (23:20) Uhr. Nun gingen wir durch die Vegabréfaskoðun (Passabfertigung). Dahinter drückte man mir noch einen Fragebogen in die Hand. Also setzten wir uns in einem Cafe an einen kleinen Tisch und beantworteten schnell die 20 Fragen, gaben den Zettel ab und gingen zu unserem Gate. Um 23:50 konnten wir in das Flugzeug einsteigen.


Flughafen in Keflavik

Samstag, 29.7.2000
Es gab noch eine kleine Verzögerung. So rollten wir um 00:35 zur Startbahn und um 00:50 hob der Flieger vom Leifur Eríksson flugvöllur í Keflavík ab und flog in Richtung Süden. Unter uns konnten wir die Küste und den Ort Keflavík. Die Lichterkette, die sich durch die Landschaft zieht, ist die Straße die nach Reykjavík führt. Ich habe schon die Uhr auf Mitteleuropäische Zeit vorgestellt. Die Stewardess begrüßte uns mit "Guten Morgen" und kündigte an, dass es jetzt gleich ein Frühstück geben werde. Es gab Miniomeletten mit Rösti, Broccoli und "as Kipvelii". Nun begrüßte uns auch der Kapitän, mit den Worten "Guten Abend!". Draußen war es noch hell (oder wieder), denn wir sollten ja um 6:05 in Zürich landen. Als wir uns Zürich näherten wurde das Wetter wieder schlechter und der Kapitän sagte, dass es in Zürich leicht regnen würde. Bis wir schließlich gelandet waren hatte der regen fast aufgehört. Wir Stigen in den Bus ein der uns zum Terminal brachte. Nun gingen wir durch die Passkontrolle holten unsere Koffer ab und gingen zum Bahnsteig, wo wir einige Zeit später in unseren Zug einstiegen. Die fahrt nach Bregenz dauerte 1 Stunde und 33 Minuten, wo wir um 9:18 Uhr aus dem EC 99 "Bavaria" ausstiegen.

Stand: 9. September 2001